Monarchismus 

Monarchismus und Monarchisten 



Monarchismus ist eine gesellschaftlich-politische Ideologie, welche für eine Monarchie als Staatsform plädiert bzw. diese Erhalten möchte. Monarchisten sind entsprechend die aktiven Befürworter und Verteidiger der Monarchie im Diskurs zur Frage von Politik und Gesellschaft. 

Für Monarchisten ist der Einsatz für die Krone ein zutiefst wertorientierter, patriotischer und loyalistischer. Sie setzen sich für eine Monarchie ein, weil es ihren tiefsten politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Überzeugungen entspringt. Sie sehen in der Krone ein Symbol für staatlich-gesellschaftliche Stabilität und Kontinuität, gleichzeitig fühlen Sie sich mit dem jeweiligen Königshaus teilweise tief verbunden in Treue und Zuneigung.

Treue an Krone und Vaterland steht für Monarchisten an erster Stelle. Dabei stellt dies für sie keinen Widerspruch zu Parlamentarismus und Rechtsstaatlichkeit dar. Die Mehrheit der Monarchist unterstützt die Idee einer parlamentarisch-konstitutionellen Monarchie, in welcher der Monarch repräsentative und moderative Funktionen übernimmt, sowie als überparteilicher Wächter der verfassungsrechtlichen Ordnung fungiert. Die Krone bildet für sie ein ewiges Band, welches historisch-kulturelle Werte und die freiheitllich-demokratische Grundordnung schützt. 

Ebenso wie sich die Krone als überparteilich zu sehen hat, ist auch die Monarchistische Bewegung überparteilich. So gibt es sowohl eher liberale als auch eher konservative Monarchisten. 


Historische Entwicklung in Deutschland 


Folgend möchten wir auf die bisherige Geschichte der Monarchistischen Bewegung in Deutschland eingehen.

Mit dem Untergang der Monarchie in Deutschland im Herbst 1918 gründeten sich in der Weimarer Republik auch zwei Monarchistische Bewegungen. Diese waren der Bund der Aufrechten (1918) sowie die Kaisertreue Jugend (1922). Beide setzten sich für eine Restauration einer Konst. bzw. Parl. Monarchie unter einem Hohenzollern-Kaiser ein. Kaiser sollte hierbei für viele Monarchisten jedoch weder Wilhelm II. noch der frühere Kronprinz werden sondern der älteste Enkel des Kaisers, Prinz Wilhelm von Preußen.  Bis zum Jahr 1922 erreichte der Bund der Aufrechten gut 25.000 Mitglieder, wurde jedoch im Zuge des Gesetzes zum Schutz der Republik verboten, mit Ausnahme von Bayern und Baden wo kein solches Verbot erging. 1932 wurde das Verbot wieder aufgehoben, bevor der Verein, genau wie die Kaisertreue Jugend, im Zuge der NS-Machtergreifung verboten wurden.  Die Vereinszeitschrift Der Aufrechte wurde ebenfalls verboten. 

Zusätzlich zu diesen beiden direkt-monachistischen aber unparteilichen Gruppierungen gab es auch im politischen Spektrum pro-monarchistische Stimmen. Die Deutschnationale Volkspartei (DNVP) vertrat neben nationalreaktionären und nationalkonservativen Positionen auch restaurative Positionen in Bezug auf eine Monarchie und lehnt die Republik weitgehend ab. In der Deutschen Volkspartei (DVP) gab es einzelne Mitglieder, die einer Monarchie gegenüber aufgeschlossen waren gleichzeitig die Republik aber nicht komplett ablehnten. 

In der Zeit von 1933 bis 1945 wurden Monarchistische Organisationen und Medien verboten. Innerhalb des Deutschen Widerstandes befanden auch diverse Monarchisten. 

In der Bundesrepublik gründete sich 1956 mit Tradition und Leben ein neuer Monarchistenverein. Dieser bestand zunächst stark aus früheren Mitgliedern der Kaisertreuen Jugend und dem Bund der Aufrechen, welche Krieg und Nationalsozialismus überlebt hatten. Hinzu kamen dann im laufe der Zeit weitere Befürworter einer Monarchie. War Tradition und Leben zunächst eher nationalkonservativ eingestellt so nahm der Verein mit der Zeit auch liberale Postionen an. 

Ziel des Vereins war neben Bildungsarbeit zur Monarchie und das zur Geschichte des Deutschen Kaiserreiches, der Einsatz für eine parlamentarisch-konstutionelle Monarchie auf einer demokratisch-rechtsstaatlichen Grundlage in einem föderalen Deutschland.  Statt einem Bundespräsideten sollte Deutschland einen Kaiser als repräsentativem Staatsoberhaupt haben. Hierzu veranstaltete der Verein verschiedene Monarchieforen und organisierte Bildungsexkursionen.  Als Publikation brachte man die Zeitschrift Erbe und Auftrag heraus.

Ab den 1990er Jahren schwand jedoch die Aktivität von Tradition und Leben, bedingt durch interne Konflikte und ein allgemeines schwindenes Interesse an den Themen  des Vereins. Anfang des neuen Jahrtausends kam es zur Abspaltung einiger Mitglieder von der Gründung des Bund aufrechter Monarchisten bzw. der Deutschen Monarchistischen Gesellschaft, welche jedoch nur wenige Jahre überlebte und sich schließlich wegen Inaktivität auflöste. Parallel dazu gab es kurzfristig auch noch den Verein Neue Deutsche Monarchie, der sich wie Tradition und Leben sowie der Bund aufrechter Monarchisten für eine Parl. Monarchie einzusetzen versuchte und das historisch-kulturelle Erbe der Hohenzollern hochzuhalten. Neugründungsversuche der Kaisertreuen Jugend scheiterten ebenso. Im Jahr 2022 löste sich Tradition und Leben schließlich ganz auf. 

2024 gründete sich schließlich unser Verein Die Kaiserlichen, welcher historisch-politische Bildungs- und Dialogarbeit rund um die Themen Geschichte und Monarchie leisten möchte. 

Monarchistische Argumentationen



Im folgenden möchten wir ein paar Argumente vorstellen, welche aus monarchistischer Perspektive für eine parlamentarisch-konstitutionelle Monarchie mit demokratisch-rechtsstaatlicher Verfassung sprechen: 


  • Die Überparteilichkeit des Monarchen, welche dazu führt dass der Monarch zum einen als einendes und moderierendes Bindeglied zwischen den verschiedenen Parteien und Interessensgruppen, aber auch zwischen Politik und Gesellschaft fungieren kann. 


  • Die Krone steht für Ausgleich und Einheit, sie verhindert dass das Land in die Extreme rutscht und trägt mit dazu bei das Land, bei all dessen Diversität in Politik, Gesellschaft und Kultur zusammenzuhalten.


  • Die Monarchie steht für Kontinuität und Stabilität. Während Regierungen und Parteien kommen und gehen, bleibt die Krone. Sie steht in Zeiten des Umbruchs für die Menschen einen Stabilitätsanker und Orientierungspunkt dar. 


  • Der Monarch wird von klein auf auf sein Amt vorbereitet und übernimmt bereits vor seiner Thronbesteigung Aufgaben für die Krone, als Diener des Staates für die Gesellschaft.  Später als Monarch kann er durch seine lange Amtszeit sein breites und über die Jahre gesammeltes Wissen weitergeben. Da in einer Monarchie alle engeren Mitglieder eines Königs- bzw. Fürstenhauses öffentliche Verpflichtungen wahrnehmen ist eine Monarchie auch durch Teamwork geprägt.


  • Ein Erbmonarch ist nicht abhängig vom Wohlwollen von Spendern, Parteiversammlungen und Wählergunst, er kann somit auch unbequeme Themen ansprechen. Gleichzeitig sind alle seine Rechte, Aufgaben und Pflichten durch die Verfassung definiert und beschränkt, auch kann er bei Amtsunfähigkeit und Rechtsverstößen seines Amtes enthoben werden.


  • Eine Monarchie hat aufgrund ihrer Strahlkraft eine positive Wirkung auf die touristische Wirtschaft des Landes. Des Weiteren fungiert der Monarch als Botschafter des Landes Themen wie Handel, Bildung, Soziales, Gesundheit, Kultur und Umwelt oder nimmt Aufgaben als Schirmherr von Stiftungen und Vereinigungen zu diesen Themen an, wobei die Überparteilichkeit und der Glanz der Krone diesen zu Gute kommt. 


  • Eine Erbmonarchie verhindert dass das höchste Amt des Staates an Populisten und Extremisten geht ohne dabei der demokratischen und rechtsstaatlichen Kontrolle entsagt zu werden.


  • Während in einer Republik jeder Präsident und jeder Altpräsident den Steuerzahler Jahrzehntelang einzeln Geld kosten, sind die Kosten in vielen Monarchien weitaus niedriger. Zudem tragen viele Königshäuser große Teile ihrer Einnahmen selber auch Erträge aus eigenen Liegenschaften, die dann auch noch versteuert werden. 


  • Ein Kaiser, König oder Fürst versteht sein Amt als Pflicht gegenüber seinem Land, eine Pflicht auf die er von früh an vorbereitet wird. Ein gewählter Politiker dagegen versteht sein Amt als Staatsoberhaupt teilweise als Belohnung für politische Positionen oder für Wahlkampfmühen bzw. frühere Arbeit. 


  • Ein konstitutioneller Monarch versteht sich als Erster Diener des Staates, sein ganzes Wirken gilt dem Dienst an Krone und Nation. Ein Politiker-Präsident dagegen versucht teilweise vorangig eine bestimmte parteipolitische Agenda umzusetzen. 




Monarchistische Symbolik


Ein gängiges Erkennungssymbol von Monarchisten ist die Krone. Sie ist wohl das verbreiteste Symbol und zeigt am deutlichsten den Ausdruck der Verbundenheit zum aktuellen oder früheren Kaiser-, Königs- oder Fürstenhaus sowie die Befürwortung einer Monarchie. In Deutschland selbst war und ist die stilisierte Krone des Deutschen Kaiserreich von 1871-1918 ein verbreitetes Erkennungszeichen. So hatte auch der langjährige monarchistische Verein Tradition und Leben eine solche als Symbol. 

Neben der Krone treten häufig weitere Symboliken mit direkten Bezug zur Heraldig der früheren Monarchie auf. So ist z.B. in Frankreich die Lilie ein verbreitetes Symbol unter Royalisten, in Österreich der Doppelkopfadler der Habsburgermonarchie. 

In Deutschland selbst ist bei Anhängern einer Hohenzollernmonarchie häufig auch die Flagge des Königreichs Preußen zu sehen. Bei Regionalorientierten Gruppen wie bspw. den Bayrischen Monarchisten Symboliken des dortigen früheren Herrscherhauses. 

Jedoch ist eine genaue Zuordnung allein anhand von Symboliken schwierig. Symbole des Kaiserreiches und seiner Bundesstaaten, darunter auch ihre Flaggen finden sich auch bei Reichsbürgern und anderen Rechtsextremisten, deren Anliegen wenig bis gar nichts mit denen der meisten Monarchisten zu tun hat. 

Bei der Wahl der Nationalfarben ist die monarchistische Bewegung gespalten. Während nationalkonservativ und traditionalistisch-reaktionäre Kräfte eher zu den Farben Schwarz-Weiß-Rot tendieren, als Symbol der letzten Monarchie, so wählen konstitutionell-demokratische Monarchisten häufig die Farben Schwarz-Rot-Gold, da diese für sie Freiheit, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit symbolisieren, welche die Krone bewahren soll. Beide Flaggen haben tiefe Wurzeln in der Geschichte unserer Deutschen Nation.

Wir von Die Kaiserlichen bekennen uns selber zu den Farben Schwarz-Rot-Gold, den Farben von Einigkeit-Recht-Freiheit und der deutschen  Nationalbewegung.