Die Hohenzollern
Geschichte der Hohenzollern
Die Anfänge der Hohenzollern reichen bis in das 11. bzw. 12. Jahrhundert zurück. Stammsitz des Geschlechts dessen Stammvater den Namen Friedrich getragen haben soll und das zunächst als Zollern bekannt war, wurde die Schwäbische Alb und die schließlich erbaute Burg Hohenzollern, welche bis heute der Sitz des Gesamthauses ist.
Die Zollern oder ab dem 14. Jahrhundert Hohenzollern unterhielten gute Kontakte zu Kaisern des Heiligen Römischen Reich und konnten so Ihre Macht schnell festigen. Heinrich VI., aus dem Haus der Staufer, ernennt den Enkel Friedrich I., Friedrich III., 1192 zum Burggrafen von Nürnberg, für seine treuen Dienste. Nürnberg gehörte damals zu den bedeutensten Städten im Reich, lagerten hier doch die Reichskleinodien, die Kronjuwelen des Reiches.
Die Sohne von Friedrich III., Friedrich IV. und Konrad teilten das Erbe des Vaters unter sich auf, wodurch zwei Linien entstanden. Die schwäbische Linie, mit Friedrich als Gründer, und eine brandenburgisch-fränkische mit Konrad.
Die schwäbischen Hohenzollern, regierten in den kommenden Jahrhunderten bis ins 19. Jahrhundert im Südwesten Deutschlands in den Stammlanden und wurden als Fürsten von Hohenzollern bekannt. Ihr Familiensitz ist bis heute das Hohenzollernschloss Sigmaringen.
Die brandenburgisch-fränkischen Hohenzollern steigen schließlich 1415 in den Kreis der höchsten Fürsten des Reiches auf, als der römisch-deutsche König und spätere Kaiser, Burggraf Friedrich VI. zum Markgrafen von Brandenburg macht und ihm die Kurwürde verleiht. Dieses Erbe wird jedoch später von seinen Nachfahren weiter aufgeteilt und so gibt es neben der Linie der Kurfürsten von Brandenburg noch zwei fränkische Nebenlinien, welche als Markgrafen von Ansbach und Bayreuth-Kulmbach regieren.
Albrecht, ein Nachfahre der Linie Brandenburg-Ansbach, wird 1525 der erste Herzog von Preußen. Nach seinem Tod folgt Ihm sein regierungsunfähiger Sohn Albrecht Friedrich als Herzog, für welchen die kurfürstlichen Verwandten die Regierungsgeschäfte als Administratoren übernehmen und schließlich ab 1618 mit Johann Sigismund auch Herzöge in Preußen werden. Seitdem sprach man vereinfacht von Brandenburg-Preußen.
In den folgenden Jahren konnten die Herrscher von Brandenburg-Preußen, ihre Macht durch kluge Politik und militärische Erfolge im Nordosten des Reiches festigen. Der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm erreichte die Souveränität Preußens von der polnischen Oberherrschaft, sein Sohn wurde, mit Genehmigung von Kaiser Leopold I., als Friedrich I. der erste König in Preußen. Sein Enkel Friedrich der Große machte Preußen zur Großmacht und galt als bedeutender Reformer und Herrscher des absoluten Absolutismus.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Brandenburg-Preußen oder nun vereinfacht bekannt als das Königreich Preußen, neben dem Habsburgerreich, zur führenden Macht in Deutschland. In den Befreiungskriegen gegen Napoleon stand König Friedrich Wilhelm III. mit an der Spitze und in der Folge hofften viele Deutsche, dass die Hohenzollern die Einigung Deutschlands weiter vorantreiben würden. 1871 schließlich bestieg mit Wilhelm I. ein Hohenzoller den Thron des neugegründeten Deutschen Kaiserreich. Ihm folgten sein Sohn Friedrich III. und dessen Sohn Wilhelm II.
Im Zuge der Novemberrevolution 1918 verloren sie, genau wie alle anderen Fürsten, ihre Kronen. Während der Kaiser im Exil verblieben musste, waren seine Kinder und Enkelkinder in der Weimarer Republik in verschiedener Weise teil des öffentlichen Lebens, wobei sie nie ein politisches Amt bekleideten. Während der NS-Diktatur war die Kaiserliche Familie gespalten hinsichtlich der Einstellung und Nähe zum Diktator, wobei die Mehrheit dem regime kritisch gegenüberstand und manche gar eine gewisse Nähe zum Widerstand hatten.
Nach dem Krieg mussten sie bis zur Wende die brandenburgische Heimat verlassen und lebten zunächst in der westdeutschen Bundesrepublik. Heute leben Prinz Georg Friedrich und seine Familie wieder in der Nähe von Potsdam.
Reformer, Kriegsherrn und Philosophen
Die Hohenzollern prägten nachhaltig und aktiv Ihre Herrschaftsterritorien, lagen Sie nun in Brandenburg-Preußen, Franken oder Schwaben.
Unter Ihren Fürsten, Markgrafen, Kurfürsten, Königen und Kaisern waren bedeutende Reformer, welche das Staats-, Sozial-, Bildungs- und Militärwesen verbesserten.
Ebenso erfolgreiche Kriegsherrn, die die Macht des Hauses auf dem Schlachtfeld mehrten. Aber auch Philosophen und Förderer der Künste brachte das Haus hervor.
Der bedeutenste Hohenzollern-König welcher all diese Eigenschaften vereinte war sicherlich Friedrich der Große. Er vereinte all diese Eigenschaften. Aber auch weitere preußische Monarchen wie Friedrich Wilhelm I., Friedrich Wilhelm IV., Wilhelm I. oder Wilhelm II. können Beispielsweise als aktive Personen in einzelnen Bereichen genannt werden.
Hohenzollern Frauen
Waren sie auch nie regierende Monarchinnen, so gehörten dem Haus Hohenzollern immer wieder starke Frauen an, welche die Geschicke des Hauses, Preußens und Deutschlands nachhaltig prägten. Folgend möchten wir Euch drei bedeutende Hohenzollern Frauen vorstellen.
Königin Luise
Luise entstammte dem Haus Mecklenburg-Strelitz und war die Gemahlin des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. Während der Napoleonischen Kriege, war sie eine der energischsten und schärften Gegnerinnen des Kaisers der Franzosen, welcher Deutschland mit seinen Truppen ausbeutete. Sie selbst musste aber mit Ihrer Familie vor dem Zorn Napoleons fliehen. Sie galt als liebevolle Mutter für Ihre Kinder und als Stilikone Ihrer Zeit. Drei Jahre nach Ihrem frühen Tod 1810, rief ihr eher zurückhaltenderer Mann, 1813 zum Befreiungskrieg auf. Sie galt als Galionsfigur des Befreiungskampfes gegen Napoleon Bonaparte und wird bis heute zum Teil in monarchistischen, nationalkonservativen sowie nationalreaktionären Teilen als Mutter der Nation heroisiert. Ihr jüngerer Sohn Wilhelm, der spätere erste Deutsche Kaiser, legte an Ihrem Grab im Mausolium von Schloss Charlottenburg in Berlin, jedes Jahr Kornblumen auf das Grab seiner Mutter. Dies tat er im Gedenken an seine Mutter, welche mit ihm und seinen Geschwistern auf der Flucht, während eines Radbruchs, Kränze aus Kornblumen flochte.
Kaiserin Augusta
Augusta von Sachsen-Weimar-Eisenach war die Gemahling von Wilhelm I. Während der gemeinsamen Zeit in Koblenz, als Wilhelm Gouverneur der Rheinprovinz war, um gab sie sich und ihn mit liberalen Beratern. Als Prinz Wilhelm 1858 nach Berlin zurückkehrte um die Regentschaft für seinen erkrankten Bruder König Friedrich Wilhelm I. zu übernehmen, hatte Augusta großen Einfluss dabei, dass der Regent ein neues Kabinett unter Führung von Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen einsetzte, welches die Neue Ära im Königreich begründete und vielfältige liberale Reformen veranlasste. Als dann 1862 der konservative Otto von Bismarck Ministerpräsident wurde, bildete die inzwischen Königin und ab 1871 auch Kaiserin die entschlossene Gegnerin des Eisernen Kanzlers am Hof.
Kaiserin Auguste Viktoria
Kaiserin Auguste Viktoria, entstammte dem Haus Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg, und war die Gemahlin Kaisr Wilhelm II. mit dem sie sechs Söhne und eine Tochter hatte. Die Kaiserin war im Kaiserreich sehr populär und engagierte sich sehr im Bereich der Frauen- und Mädchenbildung, sowie bei der Einrichtung von Kranken- und Pflegeeinrichtungen, als auch im Kirchenbau. Wegen letztere wurde sie auch Kirchenguste genannt. Während der Endphase des Weltkrieges war sie die wichtigste Stütze für ihren geschwächten Ehemann und ein entschiedener Gegner der Reformpläne des Reichskanzlers Prinz Max von Baden. Nach Ihrem Tod 1921 wurde die unter großem Beisein der Bevölkerung zu Grabe getragen.
Soziales Engagement
Bereits während des Deutschen Kaiserreiches war das Haus Preußen sozial engagiert. So engagierte sich Kaiserin Auguste Viktoria für die Förderung der Bildung von Frauen und unterstützte unter anderen den Bau von Kirchen.
Zwischen den Weltkriegen wurde Prinz Oskar von Preußen Herrenmeister des Johanniterordens und konnte erfolgreich verhindern, dass die Nazis den Orden zerschlugen. Unter seiner Führung wurden 1951 die Johanniter-Hilfsgemeinschaft und 1952 die Johanniter-Unfall-Hilfe gegründet.
Ebenfalls 1952 gründeten Prinz Louis Ferdinand von Preußen, seit 1951 Chef des Hauses, zusammen mit seiner Frau Prinzessin Kira von Preußen die nach seiner Gemahlin benannte Prinzessin Kira von Preußen Stiftung, welche sich für sozial benachteiligte Kinder bis heute einsetzt. Das heutige Familienoberhaupt Georg Friedrich Prinz von Preußen und seine Frau Sophie Prinzessin von Preußen engagieren sich persönlich im Vorstand der Stiftung, wobei letztere aktuell die Rolle der Vorsitzenden übernimmt.
Darüber hinaus ist der Prinz von Preußen Ehrenmitglied im Vorstand des Verbandes der Deutsch-Amerikanischen Clubs, welche sich seit 1948 für Völkerverständigung zwischen Deutschen und Amerikanern einsetzen, und war bis 2021 Mitglied im Stiftungsrat der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Und seit 2023 in Prinz Georg Friedrich Mitglied im Kuratorium der Margot-Friedländer-Stiftung.
Prinz von Preußen
Seine Königliche Hoheit Georg Friedrich Prinz von Preußen, ist seit dem Tode seines Großvaters SKH Louis Ferdinand Prinz von Preußen im Jahre 1994 Oberhaupt der Brandenburg-Preußischen Linie der Familie Hohenzollern, des vormals regierenden Preußischen Königs- und Deutschen Kaiserhaus.
Der Prinz von Preußen vertritt die Interessen des Haus Preußen gegenüber Politik und Gesellschaft, wobei er sich selber jeder politischen Teilnahme entzieht. Monarchisten sehen in ihm den rechtmäßigen Anwärter für die Deutsche Kaiserkrone im Falle der Wiedereinführung einer Monarchie, der Prinz selber hat aber bisher stets betont das er keine solche Ansprüche stellt und hinter der freiheitlich-demokratischen Grundordnung steht.
Prinz Georg Friedrich wuchs in der Nähe von Bremen auf, wobei sein Vater bereits während seiner Kindheit bei einem Manöverunfall bei der Bundeswehr verstarb. Nach seinem Schulabschluss am Glenalmond College in Schottland und einer zwei Jährigen Militärzeit bei der den Gebirgsjägern, absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre Technischen Universität Bergakademie in Freiberg in Sachsen. Er arbeitet als Unternehmens- und Existenzgrünungsberater und ist Mitgründer und Mitinhaber der Königlich Preußischen Biermanufaktur.
Daneben ist der Prinz von Preußen ist sehr um die Bewahrung des historischen und kulturellen Erbes seiner Familie bemüht und engagiert sich zudem im Sozialen Bereich, sowie im Bereich der Völkerverständigung.
Mit seiner Gemahlin Sophie Prinzessin von Preußen (geb. von Isenburg) hat er vier Kinder. Die Zwillinge Carl Friedrich und Louis Ferdinand, sowie die beiden jüngeren Kinder Emma und Heinrich. Die Familie lebt seit Ihrem Umzug in der Nähe von Potsdam.
Fürstliches Haus Hohenzollern
Die Fürsten von Hohenzollern stellen die katholische Nebenlinie des Gesamthauses. Sie regierten in den kleinen Süddeutschen Fürstentüern Sigmaringen und Hechingen, im heutigen Baden-Württemberg. Im Zug der Wirren der Revolutionsjahre musste der letzte Fürst Karl Anton jedoch seine Stellung als Souveräner Monarch aufgeben. Die Fürstentümer wurde dem Königreich Preußen einverleibt, der Fürst durfte seinen Titel weiterführen.
1858 wurde Fürst Karl Anton dann, nachdem Prinz Wilhelm von Preußen die Regentschaft für seinen erkrankten Bruer Friedrich Wilhelm IV. übernommen hatte, zum Preußischen Ministerpräsidenten ernannt und leitete die sogenannte Neue Ära ein, eine Zeit liberaler Reformen in Preußen.
Weitere bekannte Mitglieder des fürstlichen Hauses waren die Könige von Rumänien, welche von 1881 bis 1947 die Rumänische Königskrone trugen. Die Tochter des letzen Königs von Rumänien trägt heute den offiziellen Titel Hüterin der Krone Rumäniens und übernimmt offizielle repräsentative Aufgaben, obgleich Rumänien eine Republik ist.
Sitz des Fürstlichen Haus Hohenzollern ist das Hohenzollernschloss Sigmaringen. Oberhaupt ist Karl Friedrich Fürst von Hohenzollern.
Hohenzollern in Franken
Die fränkische Linie der Hohenzollern begann im 13. Jahrhundert mit Konrad I. Dort waren Sie zunächst als Burggrafen von Nürnberg tätig, bevor Sie sich am Übergang zum 15. Jahrhundert zu Territorialfürsten entwickelten.
Als Markgrafen regierten sie in den Fürstentümern Kulmbach (später Bayreuth) und Ansbach. Sie drückten der Region Ihren kulturellen Stempel auf, wie beispielsweise am berühnten Opernhaus von Bayreuth zu sehen. Der zeitweise Versuch Herzöge von Franken zu werden, scheiterte unter anderem am Widerstand der Reichsstadt Nörnberg und fränkischen Hochstifte.
Ende des 18. Jahrhunderts starb zunächst die Bayreuther-Linie aus und ihr Fürstentum fiel an die Verwandten in Ansbach. Da dessen Markgraf Alexander trat Ansbach-Bayreuth 1791 an Preußen ab. Dessen Herrscher entstammten auch einst den fränkischen Hohenzollern, als der Markgraf Friedrich die Würde des Kurfürsten von Brandenburg verliehen bekam. Daher kann man auch von einer brandenburgisch-fränkischen Linie sprechen.
1806 fielen die fränkischen Territorien dann an das Königreich Bayern und verblieben bis heute ein Teil des von bayrischen Staates.